Mittwoch, 9. Mai 2018

Jane Street bis Time Square

... vielleicht ist es schlau, zuerst den Reiseblogartikel zu lesen, bevor Du die Bilder guckst?!
Da die Fotos doch mehrheitlich in seriösem S/W gehalten sind, kann eine Geschichte zuvor, etwas Geist einhauchen ... wie auch immer ... erst seriös und dann vergeistig, hier jedenfalls wäre der > LINK < zur Story.

JA ... unbedingt erst den Link in der Zeile vor benutzen ... und dann diese Seite ....

Was soll ich machen ...
jeden Moment in dieser Stadt sauge ich auf wie einen guten Kentucky Straight Bourbon.

So bleibt Euch nix als die Bilder anzugucken, von dem was mir begegnete.
Heut der Focus auf Menschen ...
... manchmal hab ich's damit.

Heute in einem Park ... nahe dem Broadway ...
Sie ... portraitierte die Anderen, ich sie!

Sie führten wohl ein Beziehungsgespräch ... er schuldbewusst


Beide schliefen

Jobs in NYC ... das Casting stimmt nicht immer ... hier ... ich weiss nicht!

Hier stimmt alles Hund und Herr mit Stil

Ich weiss gar nicht wie ich DAS erklären soll ...
also südl. vom Time Square wird einfach `ne Strasse gesperrt und mit solchen
Bistrotischchen und Stühlen vollgestellt, da sitzen dann NYC-Bürger und Touris
einträchtig nebeneinander und quatschen, und internetten oder lesen ...
irgendwie liebenswert.
dadurch, dass der Broadway schräg durch das streng orthogonale Raster der Avenues
und Streets führt, entstehen immer wieder schöne "Leerräume" die sich mit Leben füllen.

... letztlich der Time Square!
Was sonst als aufgeblasen ??!
Much Ado About Nothing) (sorry William)
"... but what shalls " ich war da ... trallala
(der griechische Chor möge nun Frieden finden)
Letztlich also (mit Verweis auf meinen Reiseblog)
ein ruhiges Plätzchen gefunden.
Zum Schreiben und unauffällig abtauchen im Heer der
digitalen Nomaden ... einer von vielen ...

Wieder zurück im Hotel findet sich doch mindestens eine Erklärung für meine wirren Träume
... so oder so ... die Erde ist eine Kugel und Fatalismus keine Lösung!

Dienstag, 8. Mai 2018

Go Asia


"EIGENTLICH ..." ... so fangen Geschichten an.

Eigentlich wollte ich zum East River, um Manhattan mal der Breite nach zu durchqueren.
"Aber dann ... " kam ich, selbst angesichts der sommerlichen Sonne, doch in eine recht düstere Gegend. Jungs mit schwarzen Kapuzenshirts, finsterer Mine und etwas zu lässigen Bewegungen lümmelten am Strassenrand.

Ich also nix wie weg, ab ins nächste Restaurant. Das Mädel hinter der Kasse sah zwar aus, als sei sie die Schwester von den Jungs, aber auch, als könne sie mit jeder Hand einen von ihnen hochheben.
In Sicherheit gabs Misosuppe für $ 2.50 "... only Misosoup???" "Yeah Ma`am ... only Misosoup"
Zu Mädels die einem den Arsch retten könnten sagt man besser "Ma`am". Sicherheit und Suppe taten gut.

Da heute aus dem East River nix mehr werden würde, entschied ich mich für China Town.

Nun denn, hier also die Fotos:

... un "nei" immer no net Japan!
... sondern ich so, auf dem Weg nach China Town, stolpere ...
 natürlich ... in ein Japanisches Restaurant.

.



Dann endlich China Town 
Der erste Chinesische Supermarkt ... 
für jeden der gern kocht, eine Offenbarung!










OK ... und dann China Town selber ...











... wirklich ALLES ist hier Chinesisch 
nicht nur die Supermärkte ... sondern auch die
Apotheken
Sprache
Menschen
Banken
Lautstärke
Gerüche
Düfte
und das mitten in New York ...


Heute +/- 11 Km (kein Bus*)
Die Karte stimmt nicht ganz ... is mir aber wurscht.
Bin todmüde ...

Good night and good luck
Good morning and have a great day

* Das Ticket, das die alte Dame mir gestern schenkte hat noch $ 8.50 drauf ... unglaublich



Montag, 7. Mai 2018

200 Blocks

Es gibt da so ein Filmchen mit Bruce Willis "16 Blocks" > Link <
"Schlappsack, Weichei, Principessa !!" kann ich da nur sagen. Ich hatte heute 200 Blocks.

Losgelatscht in der Jane Street über die "High Line"> Link <
dann über die 5th Ave. bis zum Central Park und zum Guggenheim Museum
quer durch den Park, bis zur W 112 in "Toms Diner", der tatsächlich
"Toms Restaurant" heisst > Link <
Dort gabs nach den ersten 100 Blocks Kafi und Kuchen.

... dann wieder zurück in die Jane Street.

Nun wär ich nicht ich, wenn ich nicht ein wenig lügen würde ...
... also eigentlich nicht richtig "lügen" nur etwas ... ähm ... vereinfachen.
Tatsache ist, das ich auf dem Rückweg etwa 20 Blocks mit dem Bus gefahren bin.
Aber wer möchte sich mit solchen Details langweilen?

... heute etwa 20 Km gelaufen, minus der kurzen Bustour.




















Hier also die Bilder ... die dämlicherweise in umgekehrter Reihenfolge luden, aber egal ... fangt einfach unten an 🤣


In der W 112 Strasse & Broadway, also am äussersten Ende der Tagesreise "Toms Diner"
... und "nein" immer noch nicht Japan, aber Keiner kann sagen ich hätte die Kirschblüte verpasst im Central Park
Wenn ich viel Geld hätte, also RICHTIG viel, würde ich das Penthouse oben links nehmen.
"Montags sind alle Museen zu mein Lieber! Sogar das Guggenheim" ... Foftain, der Klugscheisser, nachher.
... statt dessen gabs Jazz
... und eine Regatta ...
... und noch mehr Rennen ....
... und noch mehr Jazz!
Fast am Ende von der High Line dann dies ... bin nicht ganz draus gekommen ...
... im Hintergrund noch mal ... die grauen Streifen sind etwa 125 U-Bahn Züge, die haben hier ihr Depot.
Bitte guckt selber, was die "High Line" ist! es ist jedenfalls toll! Super gemacht! 
... und liebevoll gepflegt ...
... ein Museum für die alte Hochbahn ... die Gleise bleiben sichtbar.

Das wars für heute ... übrigens ist New York auch furchtbar, ekelhaft und gnadenlos ...
ABER ... diese Stadt LEBT ... das is was zählt.


Im Central Park quollen ewigs die Mülleimer über.
Was macht die Stadt, statt noch mehr aufzustellen und öfter zu leeren?
Weg mit den Mülleimern !!! Keine Mülleimer mehr!
Sollen die Leute ihren Müll doch mit Heim nehmen.
So funktioniert Müllvermeidung.
Thats the way it works!

Gute Nacht, Guten Morgen.

Sonntag, 6. Mai 2018

10 Km Big Apple

Am Hudson entlang nach Süden


Eine Stadt joggt


Georg Washington Square Park am Sonntagnachmittag


Madame hat noch schnell Blumen für`n Kaffeetisch geholt


Daddy Talk


Greenwich Village is wirklich ein Dorf


... an jeder Ecke ein Café, eine Bar oder Restaurant, kleine Kellerbars mit horrenden Preisen und umgebaute Garagen die grade als Kneipe eingeweiht werden. Die Leute stehen bis auf die Strasse und die Taxis fahren im Bogen drum rum.
... aber da mochte ich dann nicht fotografieren ...

... ausserdem hatte ich mit Laufen zu tun:




Sonntag, 12. März 2017

Listening

↑ Oben in der …. Menuleiste findet Ihr Musik.
Warum Musik in einem ReiseBlog? 
… im PhotoBlog zum Reiseblog noch dazu ??


Ich erinnere mich, als Kind von vielleicht 5 oder 6 Jahren heimlich zur Musik aus unserem alten Dampfradio getanzt zu haben. Ich erinnere mich natürlich nicht, was das für Musik war, aber ich erinnere mich wie frei und leicht ich mich dabei fühlte.
Das familiäre Biotop war in jenen Tagen doch eher vom diktatorisch-patriarchalen Stil geprägt … und das ist schon eher ein Euphemismus.
So bot mir das Radio, die Musik einen Ausweg, den ich allein und im Verborgen ging.


Als ich ungefähr 11 war, bekam ich zu Weihnachten einen Kassettenrecorder  geschenkt, das alte Dampfradio war inzwischen sowieso in meinen Besitz übergegangen, da meine Eltern ein neues Radio im sogenannten „Zeitlosen Stil“ hatten.

So hockte ich im Kinderzimmer auf dem Sofa, den Recorder über ein altes braunes Kabel aus Vorkriegsproduktion und zwei selber angelötete Lautsprecherstecker ans Radio angeschlossen, den Kopf dicht am Lautsprecher.

Ich lauschte in die Welt hinaus und nahm die Musik auf meinen Recorder auf, übersetzte, mehr schlecht als recht, mit meinen spärlichen Englischkenntnissen und dem zweibändigen Schöffler&Weiss Englisch-Deutsch/Deutsch-Englisch Schulwörterbuch die Texte der Songs die auf BFBS (British Forces Broadcasting Service) liefen.
Die aufgenommen Kassetten beschriftete ich ordentlich und hatte, in kürzester Zeit einen ganzen Schuhkarton voll davon. 


Dies waren andere Tage, die Beatles hatten sich grad getrennt, die Studentenrevolution war in vollem Gange und Neill Armstrong betrat den Mond. Die Welt schien unendlich und die Möglichkeiten wahrhaft grenzenlos.
Ich sass, den Kopf in den Wolken, und lauschte den  Geräuschen, die die Welt beim Drehen um ihre Achse machte. Ich träumte von der Ferne, die mir das Radio auf mein Sofa brachte und wünschte mich nach London, Rio und New York oder in den dampfenden Dschungel des Kongo.




Es war wohl kein Zufall, ich glaube, es war unvermeidlich, dass bei all diesen Ohrenreisen der Jazz mich eroberte, denn er redete mit mir, so wie ich fühlte. Die Saxophone erzählten mir vom Duft der Fremde und die kehligen Stimmen der Musiker rieten mir, mich auf den Weg zu machen.

Damals aber waren andere Sachen dringlicher, die Schule und die aufkommende Pubertät und die erste Liebe. So blieb ich wo ich war und begann ein ganz normales Leben mit einem normalen Job und normalen Absichten, Ansichten und Aussichten.
Die Stunden vor dem Radio wurden seltener weil die Knutschereien mehr wurden und meine Hormone jeden Tag einen anderen Looping mit mir fliegen wollten.

Viele Jahre später, die erste Liebe war inzwischen gegangen und ich lebte weit im Norden auf einer Insel im Meer, kam die Musik zurück. 
Neuer Jazz von neuen Musikern und der Blues kam dazu, der eine ganze Weile meine chaotische Gemütslage treffender beschrieb als der doch eher coole, erzählende Jazz.

So reiste ich nach Marokko und Portugal und Frankreich, die Musik aus dem Schuhkarton in meinem Gepäck, denn die ersten Walkman kamen auf und ich konnte die Cassetten die ich jahrelang aufgenommen hatte, endlich auch unterwegs hören.

Meine damalige Liebe lebte in der Bretagne und die Reisen dorthin waren ein heisses Bad in den Zugabteilen eingehüllt in Jazz und Blues. Die Leidenschaft für Madeleine bekam ihre Frischluft unter Anderem auch aus unserer gemeinsamen Lust an dieser Musik, während ihre Eltern für mich kaum Zuneigung entwicklen mochten. So blieb diese Liebe irgendwann auf der Strecke, denn das Leben wollte, dass wir jeder unseren eigenen Weg gehen. Madeleine begann ihr Studium in Paris und ich besuchte sie dort, wir trieben uns nächtelang in den Jazzclubs und Bars rum … eine Weile lang … doch ebenso trieben wir in der räumlichen Distance auseinander denn es kamen andere Begegnungen und eine andere Liebe … bei jedem von uns beiden, aber das ist eine andere Geschichte.

In jenen Tagen, als sich die frische Luft zwischen Madeleine und mir bereits in ungemütliche Zugluft verwandelt und meine Leidenschaft  für sie abkühlt hatte, machte ich mich mit einer anderen Geliebten, Ilonka,  auf den Weg nach Berlin. 
Damals noch eine geteilte Stadt in Feindesland. 
Nie vergesse ich die graue Trostlosigkeit des real existierenden Sozialismus.
Westberlin dagegen ein goldener Käfig voller bunter Vögel.

So lebten wir hier und da und übernachteten bei Freunden und Fremden, faulenzten, feierten und erwachten an Orten, die wir nicht kannten. Wir soffen und kifften und liebten von Tag zu Tag, von Nacht zu Nacht.

Eines Morgens, als ich erwachte, die Haare der Geliebten klebten in meinem Gesicht und mein Mund fühlte sich innen an als habe ich Sand gegessen, wurschtelt ich mich aus einem fremden Bett. Ich machte mich auf die Suche nach einem Wasserhahn oder einem Bier oder sonstwas trinkbaren.
Es war ein kleines Holzhaus, eher eine Hütte, die Decken niedrig, der Geruch von Menschen und Müll hing in der Luft, durch die Fensters viel von Blättern hellgrün gefärbtes Sonnenlicht herein und draußen spielte jemand Trompete, aber dafür hatte ich grad kein Ohr.
Ich fand sowas wie eine Küche und trank direkt aus der Leitung bis die Glut in meinem Mund gekühlt war.

„U want a coffee?“ … in der Türe stand ein Mann mit einer Trompete in der Hand.
Er war hager und sein gefurchtes Gesicht wirkte als habe er viel erlebt, seine Stimme klang ein wenig hohl, als fehlten ihm ein paar Zähne.

Er legte die Trompete langsam auf eine Kommode, setzte Wasser auf einen Gaskocher. 

Während das Wasser kochte sassen wir auf einer Bank vor der Türe und schauten in den Garten und quasselten miteinander über Jazz und Dies und Das … soweit das im englisch/deutschen Kauderwelsch ging.
Er war Musiker und hatte in der Nacht einen Auftritt gehabt, bei dem wir offensichtlich anwesend gewesen waren. Ich konnte mich schwach dran erinnern und absolut nicht wie wir in diese Gartenlaube gekommen waren.

„Gerd brings you here“ klärte er mich auf. Ein Freund von mir hatte uns hier deponiert, weil seine Stadtwohnung wohl überbelegt gewesen war. 
Ilonka setzte sich zu uns und der Mann brachte drei Tassen Kafi.

Später kam Gerd und holte uns ab und wir kochten ein fantastisches Chilli bei ihm daheim und assen und tranken korsischen Rotwein und redeten über die letzte Nacht.

„Wisst ihr, wer das war, der Mann im Gartenhäuschen?“ fragte uns Gerd.
Nö … natürlich wussten wir es nicht und wir hatten ihn auch nicht nach seinem Namen gefragt.
„Chet Baker war das“ grinste Gerd uns an.

Ich erinnerte mich an die Trompete im Garten am Morgen die durch den Halbsuff zu mir durchgedrungen war. Leicht und etwas traurig hatte ich die Melodie in Erinnerung … ich kannte sie irgendwo her. „As time goes by“ sagte Ilonka, die sie offenbar auch gehört hatte.


Das war der Tag an dem mir Chet Baker Kafi kochte.

Erst auf der Rückfahrt auf die Insel erinnerte ich mich, dass er mich im Garten gefragt hatte, ob ich schon in New York gewesen sei. „The Music play there, go to New York“ hatte er noch hinzugefügt.

Chet Baker
Es sollte noch 35 Jahre dauern bis ich seinem Rat folgte.

Er ist inzwischen tot. Seine Musik nicht.

Musik ist noch immer so ein ganz privater Ausweg für mich, ein  Vehikel für meine Reisen nach innen und der Rhythmus für meine äusseren Reisen ...



… darum Musik im PhotoBlog zum Reiseblog !!